Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnemoores

Exkursionsbericht

Mittwoch, 11. September 2013 von Hergen

Im Rahmen der niedersachsenweiten „Aktion Moorschutz“ sind wir auch in diesem Jahr aufgebrochen, um im Vehnemoor über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Naturschutz und Torfwerk - ein Widerspruch?

Naturschutz und Torfwerk – ein Widerspruch?

„Wie kann es sein“, fragt ein Teilnehmer bei der Exkursion ins Vehnemoor, „dass hier Torfabbauer und Naturschützer einträchtig nebeneinander stehen und sich nicht streiten?“ Hans Cloppenburg vom Torfwerk „Vehnemoor“ und Hergen Erhardt von der Interessengemeinschaft grinsen: „Das konnten wir uns vor 20 Jahren auch noch nicht vorstellen. Damals waren wir tatsächlich fürchterlich zerstritten. Aber schon vor Jahren haben wir hier im Vehnemoor festgestellt, dass wir an einer Sache gemeinsam interessiert sind: eine funktionierende Renaturierung“.

Renaturierung als gemeinsames Ziel

Renaturierung als gemeinsames Ziel

Das Vehnemoor ist seit 2008 Naturschutzgebiet und mit 1700 ha eins der größten Rest-Hochmoore in Deutschland. Die nach und nach aus der Abtorfung entlassenen Teilflächen werden vernässt. Dazu legt die Abbaufirma eine Vielzahl von Dämmen an, um die Landschaft zu poldern und das Regenwasser kleinflächig zu halten und regulieren zu können. Und dieser Aufwand hat sich schon sichtbar gelohnt. Wollgras und Torfmoose wachsen überall üppig. Und auch andere Moorbewohner profitieren von der Renaturierung, wie Ornithologe Mathias Wolterink berichtet: „Die Artenvielfalt explodiert hier förmlich und das liegt nicht nur an den Kranichen. Andere Beispiele sind Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz und Steinschmetzer. Ich rechne da in nächsten Jahren weiter mit einer positiven Entwicklung.“

Moor messen

Moor messen

Um die zeitlichen Dimensionen zu verdeutlichen, in denen unsere Moore gewachsen sind, steigt Hergen Erhardt mit einem Zollstock in den Abtorfflächen in einen tiefen Graben. Dabei erklärt er, dass der Torf von abgestorbenen Pflanzen wie den Torfmoosen gebildet wird. In einem „lebenden“ Hochmoor – und nur hier – wird pro Jahr ein Millimeter Torf abgelagert. Für den 2 Meter Zollstock sind also 2000 Jahre nötig. An dieser Stelle kamen wir auf eine Torfmächtigkeit von etwa fünf Metern. das entspricht dann einem Alter von 5000 Jahren.

Wie lange brauchte das Moor zu wachsen?

Wie lange brauchte das Moor zu wachsen?

Ein ganz neues Thema im Vehnemoor ist die Windkraft. Das Standortkonzept zur Windenergie des Landkreises Ammerland sieht den Hogenset direkt am Vehnemoor als sehr geeignet an. Die nationale Bedeutung für die Vogelwelt und die Einzigartigkeit dieses Hochmoorkomplexes erfordern nach Ansicht der Edewechter Grünen und der Interessengemeinschaft bei weitem größere Abstände als vorgesehen und machen die Errichtung eines Windparks unmöglich.  Fast wie bestellt, um das zu unterstützen, flogen zwei Kraniche über die Moorwanderer hinweg.

Windkraft im Moor?

Wind im Moor?

Zur Exkursion kamen 30 Interessierte, die lebhaft an den Diskussionen teilnahmen. Gegen Ende bildeten sich mehrere Kleingruppen, die den einen oder anderen Aspekt vertieften. Wir haben uns schon jetzt für das nächste Jahr verabredet, um den Fortschritt der Renaturierung zu begutachten.

Horst

Hans1

Gruppe

Panorama2 Hergen1

Roland2

Botanik1

Kleine Botanikerin

Botanik2

Glockenheide

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